Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
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Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds fördert Neuanfang der Brücke/Most-Stiftung

 
 

 

Pressemitteilung, 28. März 2018

 

(Prag) Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds (DTZF) hat am Mittwoch grünes Licht für weitere 193 deutsch-tschechische Projekte gegeben. Der Verwaltungsrat des DTZF bewilligte dafür auf seiner Sitzung in Dresden Fördermittel in Höhe von knapp 980.000 Euro.

Die Sitzung fand auf Einladung des Ministerpräsidenten von Sachsen, Michael Kretschmer, in der Sächsischen Staatskanzlei statt. Beim Treffen mit dem Verwaltungsrat erklärte Michael Kretschmer: „Der Zukunftsfonds leistet einen wichtigen Beitrag zu den guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den Menschen unserer beiden Länder. Diesen Schatz gilt es langfristig zu pflegen.“ Und er erinnerte an seine Zeit als Verwaltungsratsmitglied: „Es war eine spannende Zeit, und ich war immer beeindruckt von der Vielzahl der Projekte und dem Engagement der Menschen.“

„Dresden als Sitzungsort wurde nicht zufällig gewählt: Die sächsisch-tschechische Zusammenarbeit gehört zu den tragenden Säulen unserer Arbeit und es freut uns, dass wir diesmal wieder so viele herausragende Projekte fördern können, die gemeinsam von Sachsen und Tschechen umgesetzt werden“, sagten die neugewählten Ko-Vorsitzenden Martin Kastler und Jindřich Fryč nach der Sitzung.     

Um die Fortsetzung der operativen Arbeit der Brücke/Most-Stiftung zu gewährleisten, die als langjähriger zentraler Akteur auf dem Gebiet der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit Ihre Tätigkeit im Jahre 2017 aus finanziellen Gründen einstellen musste, beschloss der Zukunftsfonds, eine neue Etappe der Arbeit der Brück/Most-Stiftung zu unterstützen.

„Nachdem der Zukunftsfonds zahlreiche vielversprechende Gespräche zur Fortsetzung der operativen Tätigkeit der Brücke/Most-Stiftung initiiert und mitgeführt hat, haben wir uns entschieden, diesen Neuanfang zu fördern und damit den Weg auch für weitere Geldgeber zu öffnen“, erklärte Tomáš Jelínek, Geschäftsführer des Fonds. „Wir hoffen sehr, dass es der Stiftung gelingt, aus dieser besonderen Art der Förderung heraus eine neue Dynamik und frische Energien für die Fortsetzung ihrer langjährigen Tätigkeit zu ziehen“, ergänzte Geschäftsführerin Petra Ernstberger vor Vertretern der Brücke/Most-Stiftung.

 

Auswahl aktuell bewilligter Projekte:


Erhalt von Kompetenzen und Netzwerken sowie Aufbau neuer Kooperations- und Finanzierungsstrukturen für die Brücke/Most-Stiftung

Als langjähriger Akteur der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit hat sich die Brücke/Most-Stiftung in Dresden insbesondere in der grenzüberschreitenden Bildungsarbeit mit Tschechien zu einer kompetenten, zentralen Anlaufstelle für zahlreiche Projektinitiativen etabliert. Es gibt keinen anderen vergleichbar großen Träger in diesem Bereich. Um den Wegfall von bestehenden Projektpartnerschaften und von Know-how zu verhindern, leistet der Zukunftsfonds als eine Art Pilotförderung erstmals Unterstützung für ein Projekt zur Organisationsentwicklung. Dadurch soll der Stiftung ermöglicht werden, ihr Netzwerk aufrechtzuerhalten und zu pflegen, neue Kooperationspartner zu ermitteln, Projekte durchzuführen und neue Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen.

Die Unterstützung des Zukunftsfonds beläuft sich auf 40.000 Euro.


3 Programmwochen - Bürgerrechte und Antirassismus

Die Deutsche Jugend in Europa (djo) und ihr tschechischer Partner Fakultní základní škola aus Ústí nad Labem veranstalten in der Bildungsstätte Bahratal/Sachsen drei Begegnungswochen zum Thema Bürgerrechte und Antirassismus für jeweils 25 deutsche und 25 tschechische Kinder. In Workshops und thematischen Ausflügen machen sich die Schüler mit dem Wirken von Martin Luther King (50. Todestag) und Nelson Mandela (100. Geburtstag) vertraut, aber auch mit Bürgerrechtlern aus der eigenen - tschechischen und deutschen – Geschichte wie Václav Havel und Christoph Wonneberger. Neben Empathie, Respekt und Toleranz wollen die Veranstalter bei den Kindern auch das Interesse an zivilgesellschaftlichem Engagement wecken und sie nicht zuletzt für die wachsende Xenophobie in der heutigen Zeit sensibilisieren.

Der Zukunftsfonds bezuschusst das Projekt mit 10.500 Euro.

 

„1968“ – Perspektiven aus dem Dreiländereck D-CZ-PL 50 Jahre später – Internationaler Filmworkshop zum 15. Neiße Filmfestival

Das Neiße Filmfestival hat sich zu einem der wichtigsten kulturellen Ereignisse im Dreiländereck zwischen Tschechien, Polen und Deutschland etabliert und zu einer lebendigen Plattform für den grenzüberschreitenden künstlerischen Austausch.
Der Zukunftsfonds fördert seit 2011 regelmäßig einen trinationalen Workshop im Rahmen des Festivals. In diesem Jahr machen sich zwölf junge Menschen aus dem Dreiländereck gemeinsam mit den ‚Basics’ des Filmhandwerks vertraut und haben die Möglichkeit, zusammen einen ersten eigenen Dokumentarfilm zu drehen. Inhaltlich greift der Workshop das Hauptmotto des diesjährigen Festivals auf: "1968". Über die Auseinandersetzung mit den Umwälzungen des Jahres 1968 sollen die jungen Menschen zum Nachdenken über die Verantwortlichkeit jedes Einzelnen vor dem Hintergrund historischer Ereignisse angeregt werden.

Die finanzielle Förderung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 3.900 Euro
 

17. Kunstsymposium Strömungen Proudĕní „Saures Europa“

Das Kulturzentrum Řehlovice nahe der sächsisch-böhmischen Grenze ist nach den schwierigen Anfängen der Versöhnungsarbeit Ende der 1990er Jahre längst zu einer Drehscheibe des deutsch-tschechischen Austausches und der Begegnung geworden, von dem wichtige Impulse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausgehen.
Das Künstlersymposium "Proudění / Strömungen", das der Zukunftsfonds von Beginn an fördert, wird in enger Kooperation mit dem Verein "riesa efau" aus Dresden durchgeführt und basiert auf einem bewussten deutsch-tschechischen Miteinander und auf einer kreativen Kombination von Kunst, Geschichte und Politik. Im Fokus des diesjährigen Symposiums stehen die zunehmende Emotionalisierung und der Populismus in Verbindung mit dem Europa-Begriff.  Die Teilnehmer werden sich u.a. mit der Frage auseinandersetzen, wie politisch Kunst in Zeiten eines auseinanderdriftenden Europas sein sollte.

Der Zukunftsfonds unterstützt das Vorhaben mit einer Fördersumme von 7.000 Euro.

 

KHAMORO 2018: Roma in der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs

Das KHAMORO Welt Roma Festivals präsentiert auch in seinem 20. Jubiläumsjahrgang eine breite Palette anerkannter Roma-Künstler in Tschechien und sucht so den Vorurteilen in der Mehrheitsgesellschaft ein positives Bild entgegenzusetzen. Darüber hinaus versteht sich das Festival aber auch als Plattform für den internationalen fachlichen Austausch. In diesem Zusammenhang holen die Festivalorganisatoren des Vereins Slovo 21 dieses Jahr in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum der deutschen Sinti und Roma in Heidelberg für einen Monat die Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“ nach Prag, die sich mit der Verfolgung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus in Deutschland beschäftigt.

Der Zukunftsfonds unterstützt das Vorhaben mit 200.000 CZK.
 

Ein gegenseitiger Erfahrungsaustausch zu inklusiver Bildung

Die Tschechische Gesellschaft für inklusive Bildung (Česká odborná společnost pro inkluzivní vzdělávání) tauscht sich mit ihrem deutschen Partner, der Primus-Schule aus Münster, über Erfahrungen bei der Praktizierung von inklusiver Bildung aus. Seit einer Gesetzesänderung im September 2016 besteht nämlich auch in der Tschechischen Republik der Anspruch auf unterstützende Maßnahmen für alle Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen. Neben drei Studienreisen tschechischer Pädagogen nach Deutschland ist auch eine Reihe von Workshops geplant.

Die finanzielle Förderung des Zukunftsfonds für dieses Projekt beträgt 350.000 CZK.
 

Geschichte erfahrbar machen - ein Medienprojekt zu verschwundenen Orten im bayerisch-tschechischen Grenzbereich

Das Gymnasium Lappersdorf und die Deutsche Schule Prag planen in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen ein zweiteiliges Bildungsprojekt zum Jahresthema 2017 des Fonds (Medien.Kompetenz.Fördern), welches Lokalgeschichte und Medienbildung spannend miteinander verbindet. Deutsche und tschechische Schüler setzen sich gemeinsam mit der Geschichte des bayrisch-tschechischen Grenzgebiets auseinander, interviewen Zeitzeugen und verarbeiten ihre Recherchen anschließend zu Podcasts bzw. Medienführern, die zur Erkundung der Region genutzt werden können. Mediencoaches der Stiftung Zuhören gewährleisten die professionelle medienpädagogische Umsetzung und technische Begleitung.

Der Zukunftsfonds unterstützt das Vorhaben mit 8.500 EUR.


Weitere Informationen und Kontakt:

Silja Schultheis
Mail: silja.schultheis@fb.cz
Tel: +420 283 850 512
GSM: +420 737 505 790
www.zukunftsfonds.cz

 

 

foto: Ondřej Staněk

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